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Pressemitteilung

Windkraft - Es geht um weltweite Gerechtigkeit und die Zukunft kommender Generationen.

Nach einer Veranstaltung von Windkraftgegnern verweist unser ÖDP-Mitglied Siegfried Ebner in einem Leserbrief auf die Folgen herkömmlicher Energiegewinnung auf unsere Sicherheit, auf andere Länder und auf die Zukunft und fordert dazu auf, Energie zu sparen.

Ein Windrad wirft seinen Schatten auf eine Landschaft, in der zwei Kinder mit ihren Ponys spazieren gehen

Auch in der Nähe von Windrädern lässt sich das Leben genießen.

Leserbrief zum Artikel „Verhärtete Windkraft-Fronten“ vom 31.Jan/1.Feb 2026

Franz Alt würde sagen: „Krieg um Kohle, Öl und Gas oder Frieden - durch Sonne und Wind, auf dem Dach oder vor der Haustür“.

Wir sind fossil erpressbar geworden, weil die Energiewende in Deutschland ab 2009 (schwarz/gelb) verschleppt und von Rösler, Altmaier und Seehofer zu Grabe getragen wurde. Über 35 Solarfirmen in Deutschland wurden in den Bankrott getrieben und etwa 100.000 Arbeitsplätze gingen verloren (Quelle: VDI-Nachrichten in den 2010er Jahren). Einziger Vorteil: die Massenproduktion ging in China weiter und jeder kann heute Solarstrom für unter 8 ct/kWh produzieren.

Mit unserer neuen privaten Solaranlage auf dem Dach betreiben wir in einer gemeinschaftlichen Stromversorgung drei Haushalte und zwei Elektroautos. Unsere Eigenstromversorgung und Sektorkopplung (Solarstrom für Haushalt/Wärme/Mobilität) für Haushaltstrom und E-Mobilität lag im Januar 2026 bei 41%. Im letzten Jahr bei insgesamt 72%, den Rest kaufen wir bei Naturstrom.

A so schaugt‘s aus und jedes Mal, wenn ich von den hiesigen Windradgegnern etwas lese oder höre denke ich an ein Poster von der Gesellschaft für bedrohte Völker aus dem Jahr 2014 mit einer traurigen alten Frau in Kolumbien/El Cerrejon vor einem riesigen Loch, das etwa so groß ist wie der Landkreis Pfaffenhofen und so tief wie ein Windrad hoch. Darunter steht - „DAS GEHT ALLE AN: Billige Kohle für Deutschland zerstört Lebensgrundlage von Ureinwohnern“ und weiter „verwüstete Landschaften, zerstörte Dörfer, verschmutzte Luft, verseuchte Gewässer, bittere Armut…“ Hier verlieren die ANGSTMACHENDEN ARGUMENTE der Windrad-Gegner ihre Bedeutung für mich, wie neulich in Scheyern auf einer Folie beim Vortrag: „Es geht nicht nur um Flächen, Energie und Geld - Windräder erzeugen Leid. Zerstörung von Lebensräumen Tötung und Verletzung von Leben, Streit und Polarisierung, Gier Neid und Ungerechtigkeit.“ Ich hab auf dem Vortrag nichts von besseren Lösungen gehört, außer: „das sollen andere machen“ oder „ich war Pilot und kenne mich aus, den Klimawandel gibt es nicht.“ 

Und wenn Bürger eine Bürgerenergiegenossenschaft gründen, dann schwimmen der Vorsitzende und die regionalen Investoren beileibe nicht im EEG-Gold, wie unterstellt. Die Windradgegner gründen eine Bürgerinitiative nach der anderen und meinen sie tun sich und kommenden Generationen etwas Gutes, ob nur zwei oder drei dahinterstehen ist egal, Hauptsache Eindruck machen! Genauso wie der neue Name „Mensch und Natur – Pfaffenhofen Freising“, das erinnert mich an die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, eine Lobbyorganisation von Industrie und Energiewirtschaft mit dem Ziel die regionale Energiewende zu verhindern und gleichzeitig viele Milliarden Gewinne mit Kohle, Öl und Gas für sich und die Ölscheichs, Autokraten und Aktionäre zu sichern. Ludwig Erhard würde sich schämen für diese Organisation, die nur den Superreichen hilft und sein Erbe mit Füßen tritt. Genauso wie der Bund Naturschutz und andere Umweltvereine, die sich vor über 20 Jahren für eine umweltverträgliche regionale Energiewende durch Energiesparen, sowie mit Sonne, Wind und Speicher ausgesprochen haben. 

Übrigens, ich wohne in Förnbach, wir haben vier Windräder hinter Streitdorf im Wald und ich kann den Satz nur bestätigen: „Windräder machen nur dort ein Problem, wo es noch keine gibt“, ansonsten drehen sie sich gemütlich vor sich hin. Am Sonntag war ich am „Windrad“ – Panoramaweg Ost unterwegs und hab die Warnschilder bzgl. Eiswurf gesehen, mir die Rotorblätter angeschaut - sie waren eisfrei, da konnte ich weitergehen, dabei dachte ich an die Warn-Schilder von zugefrorenen Weihern, da kann ich auch entscheiden, was ich mache.

Nur eines stört mich genauso wie die Windrad-Gegner, das ist die Ungleichverteilung in der Regionalplanung, das heißt, die großen Ausschlussgebiete durch Militäreinrichtungen. Flugkorridore und Radar sollten an die Energiewende angepasst werden, nicht umgekehrt. Denn Radaranlagen können sehr wohl bestehende Windräder von anderen Flugobjekten unterscheiden – Stichwort: Windradausblendung, wie mir ein Radartechniker sagte.

Und nicht zuletzt: Wer die Energiewende ernst nimmt - DAS GEHT UNS AUCH ALLE AN - der sollte bei sich selbst anfangen mit Energiesparen (Strom/Wärme/Mobilität) und einer Solaranlage auf dem Dach oder einer Beteiligung an einer Bürgerenergiegenossenschaft. So kann man auch die Anzahl der nötigen Windräder reduzieren. Leider fließen bis heute noch jährlich 275 Mio. Euro für Energieimporte aus dem Landkreis Pfaffenhofen ab. Geld, das dringend nötig wäre für Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime. Es geht um weltweite Gerechtigkeit und die Zukunft kommender Generationen. 
Siegfried Ebner, Förnbach

 

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