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ÖDP-Aktion: 1000 Generationen

Unser Aktion "Hypothek für 1000 Generationen" am 25. Juni 2022 im Bürgerpark Pfaffenhofen war ein voller Erfolg und hat zu vielen interessanten Gesprächen geführt.

Sigi Ebner hat sein altes Protest-T-Shirt wieder angezogen und die Atommüll-Tonne und die alten Plakate wieder hervorgeholt. „Ich dachte, nach Tschernobyl und Fukushima hätten es auch die letzten in Deutschland kapiert, dass wir nicht auf Atomstrom setzen dürfen. Eigentlich wollte ich am Jahresende den Ausstieg feiern. Ich hab mich wohl zu früh gefreut,“ ärgert er sich. Seit Jahrzehnten setzt sich der Naturschützer und ehemalige ÖDP-Kreisrat für saubere Energie ein. „Unsere Wirtschaft und unser Konsum produziert Müll ohne Ende – CO2, Plastik, Gifte aller Art und radioaktiven Atommüll – und überlässt den Nachfolgenden das Aufräumen. Das ist nicht anständig – das ist unfair und verantwortungslos,“ findet er.

Es wird noch lange strahlen

Atommüll wird ein Problem für tausende von Generationen sein, das wollten wir hier mal anschaulich machen,“ erklärt die ÖDP-Kreisvorsitzende Judith Neumair die Aktion „1000 Generationen“, die am Samstag im Bürgerpark stattfand. In einer 22 Meter langen Reihe stellten Mitglieder 1000 Playmobilfiguren zu einem Protestzug auf. Fragen wie „Denkt ihr auch an uns?“ stand auf den kleinen Plakaten der Figuren zu lesen, oder „wo ist ein sicheres Endlager?“
„Weil die Betreiber bereits alles Richtung Ausstieg unternommen haben, werden beim Wiedereinstieg sehr viele Investitionen nötig. Das macht den Atomstrom extrem teuer. Und er bringt uns kaum etwas bei den eigentlichen Problemen: Bei der Wärmeversorgung und der sozialen Abfederung,“ argumentiert sie. „Aus allen bisherigen Erfahrungen mit Krisen habe ich gelernt, dass vor allem die Reichen profitieren. Die Kernkraftbetreiber und Eigner versprechen sich von einer Laufzeitverlängerung satte Rendite. Wobei das Risiko - wie immer bei der Atomtechnologie - der Staat trägt, das heißt, wir alle. Die Lobbyisten der Atomindustrie haben wieder einmal die CDU-CSU und die FDP auf ihre Seite gezogen und Verantwortungslosigkeit wird neuerdings Ideologiefreiheit genannt“ glaubt Neumair.

Zwischen Pest und Cholera?

Nicolas Deskau, zweiter Vorsitzender im ÖDP-Kreisverband ergänzt: „Atommüll oder CO2? Als hätten wir nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Wenn jeder Bürger 132 kW/h Strom einspart, ist der Atomausstieg schon kompensiert – ohne Kohle, ohne Öl, ohne Gas! Straßenbeleuchtung – Leuchtreklame – Weihnachtsbeleuchtung – wenn wir zum Beispiel die Nächte wieder dunkel machen, profitiert auch die Artenvielfalt. Es gibt viele Möglichkeiten Strom und CO2 zu sparen. Es gibt kostenlose Energieberatung im Landratsamt. Nutzen wir alle unsere Möglichkeiten jetzt, statt unseren Nachkommen noch größere Hypotheken aufzubürden.“

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